3 Jahre Namibia

Liebe Freunde, liebe Familien,
vor etwas mehr als 3 Jahren haben wir zum ersten Mal namibischen Boden betreten und wir können es kaum fassen, dass diese drei Jahre schon vorbei sind. 
Wir haben lange hier in diesem Blog nichts mehr von uns hören lassen. Das liegt ganz einfach daran, dass wir hier voll in unsere Alltag angekommen sind und so selten daran denken, dass man etwas davon berichten könnte.

Zudem sind wir seit der Geburt unserer Tochter Marina auch gut beschäftigt. Sie bringt sehr viel Freude in unseren Alltag, aber eben auch so manche Herausforderung im Alltag, sodass die Zeit fürs Schreiben manchmal etwas kurz ausfällt. Nun aber sind gerade die beiden großen Freizeiten für dieses Jahr gelaufen und wir haben etwas Zeit euch mal wieder von der Arbeit zu berichten und über uns persönlich zu erzählen.

In den zurückliegenden Wochen haben uns vor allem zwei Freizeiten beschäftigt. Die Kinderfreizeit und die Jugendfreizeit. Von beiden möchte ich hier kurz berichten.

 

 

Die Kinderfreizeit fand wie immer in Omaruru statt. Dieses Jahr mit 62! Kindern und 12 Mitarbeitern. Gemeinsam haben wir uns mit Detektiv Pfeife auf die Suche nach Nathanael gemacht, der plötzlich
spurlos verschwunden war. Der Meisterdetektiv vermutete sofort eine Entführung, der er auf der
Spur war. Doch am Ende der Freizeit wurde klar: Nein Nathanael wurde nicht entführt, er ist
freiwillig mitgegangen mit Jesus. Er ist sein Freund geworden. Und so erscheint im abschließenden Familiengottesdienst  Nathanael selbst und erklärt dem etwas verwirrten Detektiv, dass auch er wie alle Kinder und Erwachsenen im Gottesdienst eingeladen ist, ein Freund von Jesus zu werden.

Die Jugendfreizeit fand sofort im Anschluss an die Kinderfreizeit in Swakopmund statt.

Was gehört eigentlich alles zu einem echten Helden? Und sind die Helden der Bibel so wie wir uns einen Helden vorstellen? Wir haben nicht nur davon gehört und darüber diskutiert, sondern waren selbst tätig. Denn ein Held redet schließlich nicht nur, sondern packt selbst mit an.

Nach Kennenlernen und Abendessen war gleich der erste Abend Herausforderung pur. Mit verschiedensten Aufgaben hat uns Mitarbeiterin Sarah herausgefordert und jedes Mal war die Frage: Tut er‘s? oder Tut er‘s nicht?  Am Vormittag des nächsten Tages haben wir uns zuerst mit Jona beschäftigt und sind danach mit Trillerpfeife bewaffnet durch Swakopmund gejagt. Am Nachmittag war Teamwork gefragt. Die Jugendlichen mussten verschiedene Aufgaben gemeinsam lösen und haben es als echte Helden erfolgreich gemeistert. Am Abend war sich dann jeder selbst der nächste. Wer erspielt sich die meisten Punkte und darf somit sogar neue Regeln einführen? Ganz schön unfair ging es zu und dabei haben wir alle erlebt wie unsere Welt leider zu oft funktioniert. Warum die Reichen Menschen dieser Welt reich bleiben und die Armen arm. Helden sind gefragt, um das zu ändern.
Nachdem wir die etwas ungewöhnliche Heldin Rahab kennengelernt haben, sind wir dann am nächsten Morgen nicht ganz ausgeschlafen aber voller Tatendrang nach Walvis Bay gefahren. Dort

wurden wir durch die Navy Base der Namibischen Marine und über eines ihrer Schiffe geführt. Gestärkt mit Jumbo Burgern und Pommes wurde danach tatkräftig angepackt. Wie das Helden eben so machen, haben wir es als Team geschafft das Klettergerüst des Kindergartens neben der Jona Kirche in Walvis Bay vollständig zu renovieren. Neues Geländer und strahlende Farben. Wir finden es ist ein super Ergebnis und sind uns einig, dass es eine geniale Aktion war. Der letzte Tag war Entspannung. Auch Helden brauchen eine Pause. Das Problem hatten bereits die Jünger im Garten Gethsemane, die vor Müdigkeit eingeschlafen sind. Ganz menschliche Helden eben. Es gab Workshops wie Kreuze basteln, Pizza backen oder Brettspiele. Am Nachmittag ging es dann in die Dünen und wir haben uns an der Hangabtriebskraft erfreut. Auf dem Rückweg noch ein Eis und am Abend der Superheld „Spiderman“ und die Frage nach Rache und Vergebung. So schnell vergeht die Zeit. Noch gemeinsames Aufräumen, Verabschiedung und Heimreise. Was bleibt? Egal wer oder wie wir sind, Jesus kann einen Helden aus uns machen. Einen richtigen echten Helden des Alltags. Er braucht jeden!

Nach drei Jahren in Namibia stellen wir fest, dass vieles Schöne entstanden ist. Viele der regelmäßigen Gruppen laufen stabil und werden gerne besucht. Es kommen auch immer wieder neue Gesichter dazu, was für die Qualität der Angebote spricht. Der herausforderndste Bereich im Moment bleibt die Jugendarbeit. Viele nehmen sich unter der Woche kaum Zeit für kirchliche Angebote. Schule und Vereine sind nach wie vor wichtiger als Kirche.  Dennoch kommt eine kleine Gruppe

Jugendlicher regelmäßig und wir können intensiv miteinander arbeiten. Darunter sind auch Jugendliche, die sich nun wieder zu Trainees, also Mitarbeitern, ausbilden lassen. Zwei davon waren bereits auf der Kinderfreizeit im Einsatz und haben wirklich tolle Arbeit geleistet. Hier hoffe ich sehr, dass nach erfolgreicher Trainee-Ausbildung der ein oder andere Mitarbeiter auch für die Kinder und Jugendarbeit oder zumindest das ein oder andere Projekt hängenbleibt.

Sehr schön zu berichten ist auch, dass wir ein neues Gottesdienstformat ausprobiert haben und damit Erfolg zu haben scheinen. „Müsli & Message“ nennen wir das Ganze und treffen uns vor allem mit jungen Familien zum gemeinsamen Frühstück und im Anschluss gibt es einen kurzen, knackigen und moderner Gottesdienst mit Kinderliedern und visueller Verkündigung zum Mitmachen. Beim ersten Mal waren wir gleich 50 Leute gewesen. All das motiviert uns dazu noch weitere zwei Jahre bis 2019 in Namibia zu bleiben und die Gemeindearbeit mit den Kindern, Jugendlichen und Familien
weiterzuführen.


Seit März hatten wir Unterstützung von einem weiteren Praktikanten der sich toll in der Arbeit eingebracht hat
und ein gutes Händchen vor allem für die Jugendlichen hatte. Nun freuen wir uns auf eine neue Praktikantin, die ab Oktober für ein halbes Jahr die Arbeit mitgestalten wird.
Vor uns liegt nun das letzte Trimester des Jahres, in dem so manche größere Projekte auf uns warten. Geplant ist beispielsweise eine Churchnight, dann im Dezember eine Kinderbibelwoche zum Thema der Reformation sowie das Krippenspiel an Weihnachten wie jedes Jahr. Auch wiederholen wollen wir den lebendigen Adventskalender, jetzt bereits im dritten Jahr, nachdem wir die vergangenen Jahre dafür sehr gute Rückmeldung erhalten haben.




Privat geht es uns sehr gut mit unserer
kleinen Marina, Tag für Tag gibt es spannendes Neues für sie 
zu entdecken und für uns zu beobachten, wie sie nach und nach die Welt für sich entdeckt. Sie läuft schon seit einigen Monaten und erkundet so zu Fuß ihre Umgebung und macht hier und da einen Geschmackstest an Dingen, die wir jetzt nicht unbedingt in den Mund nehmen würden.
Zudem sind wir sehr dankbar für neue Kontakte, die ohne Kind so nicht entstanden wären. Wir haben neue
Leute kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen. Das tut uns gut. Ende August kamen uns Tatjanas Cousine Sabine mit ihrem Freund Artur für ein paar Tage besuchen, darüber haben wir uns sehr gefreut. Überhaupt freuen wir uns insgesamt sehr, dass sich immer mal wieder jemand aufmacht um uns zu besuchen. Das ist für uns jedes Mal etwas besonderes und wir freuen uns schon wochenlang auf Besuch „von zuhause“ 🙂 
Vor kurzem hatten wir auch Besuch von einer Reisegruppe von „missionarisch unterwegs“ bei uns und hatten einen sehr schönen gemeinsamen Abend mit vielen interessanten Gesprächen und Begegnungen. Wir sind dankbar für diese Verbundenheit und Unterstützung in den letzten drei Jahren.
WORAN IHR DENKEN KÖNNT
Dass sich weiterhin Familien gerne zu unserem „Müsli & Message“ Gottesdienst einladen lassen und neue Familien hinzukommen, vor allem Familien mit denen wir bereits zu tun haben die seither
aber nicht in Gottesdiensten auftauchen 
Dass wir als Familie auch immer wieder die Auszeiten finden, die wir für uns brauchen neben all der vielen Arbeit
Dass sich Mitarbeiter finden lassen, die sich gerne ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort einbringen wollen

Dankt mit uns für all das, was bereits Schönes entstanden ist in den vergangenen drei Jahren.