Jubelt vor Freude! Weihnachtsgrüße aus Namibia

Liebe Familie,

Liebe Freunde,

Jahresende, Weihnachtszeit. Die Geschenke liegen bereit.
Es ist einmal wieder Zeit, um ´Danke´ zu sagen. Große Firmen bedanken sich bei ihren treuen Kunden. Chef’s bei ihren Angestellten. Eltern bei den Lehrern und, so kenne ich es aus Deutschland, sogar der Müllmann oder der Postbote bekommt ein kleines `Dankeschön´.
Jahresende, Weihnachtszeit. Die Geschenke liegen bereit.
Auch für die Mitspieler beim Krippenspiel. Maria, Josef, die Engel und die Hirte. Auch sie bekommen ein dickes `Danke´ und Applaus für ihren Fleiß.
Jahresende, Weihnachtzeit. Ein Geschenk liegt bereit.
Ein kleines Kind, Gott in einer Futterkrippe.

Ja, wie ist das eigentlich in dieser Weihnachtsgeschichte? Wird da auch bedankt? Der Maria für ihren Einsatz? Dem Esel für die Last, die er getragen hat? Den Engeln für ihre wunderbaren Stimmen oder den Hirten für ihre Mühen so spät in der Nacht?

Nein, sie alle danken nur einem: Dem Hauptdarsteller und Autor der Geschichte.
Maria jubelt:
 „Ich lobe den Herrn aus tiefstem Herzen. Alles in mir jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter. Denn er wendet sich mir zu, obwohl ich nur eine unbedeutende Dienerin bin.“ (Lk 1,46f) Kein ´Danke´ an Arbeitskollegen oder Kunden, sondern ein Jubel über Gott, der sich uns zuwendet, der rettet und der unbedeutende Leute für große Aufgaben gebraucht.
Die Engel singen: „Ehre und Herrlichkeit Gott in der Höhe!“ (Lk 2,14)
Und die Hirten „priesen und lobten Gott für das, was sie gehört und gesehen hatten.“ (Lk 2,20).

So wollen auch wir am Ende dieses Jahres dem Hauptdarsteller und Autor `Danke´ sagen.

Nach viereinhalb Jahren in Namibia können wir wirklich sagen: Swakopmund ist für uns zu einem Zuhause geworden. Wir sind im Ort sehr gut mit anderen vernetzt, kennen sehr viele Leute und haben auch viele Freunde gefunden, vor allem über Marina.

Marina geht seit Anfang September hier in unserem kirchlichen Kindergarten mit etwa 90 Kindern, den ich ja schon über Jahre wöchentlich mit meiner Gitarre besuche. Sie fühlt sich dort sehr wohl, vor allem mit ihrem besten Freund, den sie bereits von der Tagesmama kennt. Ansonsten ist Marina ein sehr aufgewecktes und fröhliches Mädchen, das uns viel auf Trab hält. Und mit ihren fast zweieinhalb weiß sie mittlerweile so einiges zu erzählen.

Die Arbeit im Kindergarten zahlt sich für mich auch in den anderen Bereichen der Gemeindearbeit immer mehr aus. So können wir uns tatsächlich über wachsende Zahlen im Kids Club (der Gruppe für die Kinder ab 5 Jahren) freuen. So wurden wir im Laufe des Jahres eine Gruppe von regelmäßig 25 Kindern (oder sogar mehr), die wöchentlich unser Gemeindehaus bevölkern. Da die Gruppe so groß wurde, war es dringend nötig neue ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden.

KidsClub zum Thema Freundschaft

Lange habe ich darum gebetet, dass uns das gelingt. Nun freuen wir uns über drei Jugendliche, die regelmäßig Dienstagnachmittags im KidsClub mithelfen. Das ist wirklich ein großes Geschenk für uns und macht mich dankbar für das, was in den letzten Jahren hier geschehen ist. Beobachte ich die Liste der ehrenamtlichen Mitarbeitern, den ich jährlich für ihre Hilfe gedankt habe, so ist sie über die Jahre kontinuierlich gewachsen. Gott sei es gedankt!

Auch im Bereich der Jugendlichen ist die Gruppe deutlich größer geworden. Waren wir zwischendurch mal vier oder fünf Teilnehmer, sind wir mittlerweile regelmäßig um die 15 Jugendlichen. Was mich besonders freut ist, dass ich beobachten kann, wie sie die Jugendarbeit als ihre eigene Aufgabe entdecken und mit welcher Begeisterung und Selbstverständlichkeit sie selbst mit anpacken und sofort mithelfen, wenn man nach Hilfe sucht. Das war vor viereinhalb Jahren unvorstellbar.

Mit Jugendlichen am Strand von Swakopmund

Neu gestartet haben wir dieses Jahr einen Jugendhauskreis, der von einigen Jugendlichen sehr gerne wahrgenommen wird, die ihren Glauben dort vertiefen. Es freut mich einfach sehr, dort zu merken, dass es nicht nur um Spaß geht, sondern wirkliches Interesse am Glauben besteht.

Lokalinterview bei ProChrist im Juli 2018

Eine Besonderheit in diesem Jahr war die Durchführung von ProChrist bei uns hier vor Ort. ProChrist ist ein Veranstaltungsformat, das Menschen ermutigen möchte ihr Leben im Vertrauen auf Jesus Christus zu gestalten. Wir hatten uns bewusst vorgenommen junge Erwachsene und Familien zu erreichen, die nur wenig in unserer Gemeindearbeit vorkommen. Insgesamt war es eine sehr gelungene Veranstaltung, allerdings haben wir nicht so viele Familien erreicht, wie wir gerne erreicht hätten. So überlegen wir weiter, was eine passende nächste Veranstaltung sein könnte, mit der wir junge Familien für Jesus Christus gewinnen können. Besonders schön bei dem Ganzen war die Zusammenarbeit mit der anderen deutschsprachigen Gemeinde, der Stadtmission Swakopmund. Hier wurde in dieser Woche ein Stück Einheit in Christus gelebt und Gräben der Vergangenheit überwunden.

Weiterhin positiven Erfahrungen machen wir mit dem Frühstücksgottesdienst Müsli&Message, mit denen wir zwischen 50 und 60 jüngere Gemeindeglieder erreichen. Und auch unser bisheriger Familiengottesdienst, den wir in SOFA-Gottesdienst (Sonntag für alle) umbenannt haben, erfreut sich zunehmender Beliebtheit auch wenn der Weg dort noch mühsam bleibt junge Familien dafür zu begeistern. Es ist sogar gelungen, eine kleine Jugendband dafür auf die Beine zu stellen, allerdings noch sehr in den Anfängen.

In meiner Arbeit werde ich weiterhin von Praktikanten aus Deutschland unterstützt. Das ist wirklich ein Segen für uns hier und die jungen Leute in unserer Gemeinde.

Tatjana unterstützt mich nach Kräften in der Gemeindearbeit, nach wie vor insbesondere in der Öffentlichkeitsarbeit, dann aber auch als großartige Mama, die mir viel den Rücken freihält und einfach eine tolle Gabe hat, Beziehungen zu anderen zu pflegen und Gastfreundschaft zu leben.

Nun liegt noch das letzte halbe Jahr hier in Namibia vor uns. So Gott will, planen wir Ende August 2019 nach Deutschland zurückzukehren. Aktuell bin ich, Jürgen, auf der Suche nach einer passenden Stelle für mich in Deutschland. Ein paar Dinge tun sich gerade, aber es gibt noch nichts Konkretes zu berichten. Klar ist für mich nur, dass es in Deutschland weiterhin Gemeindearbeit sein soll, am liebsten mit Familien, Kindern und Jugendlichen. Wir sind gespannt, wie Gott unsere Wege lenken und leiten wird und sind gewiss, dass es dort einen passenden Platz für uns in Deutschland wieder geben wird.

Bevor es zurückgeht nach Deutschland freuen wir uns im Mai darauf, dass sich unsere Familie noch etwas vergrößern wird.

Ich möchte unseren Brief schließen mit einem Wort des Apostel Paulus, das mir vor kurzem begegnet ist und mir direkt aus dem Herzen gesprochen hat:

„Ich meine nicht, dass ich einem solchen Auftrag aus eigener Kraft gewachsen bin und mir irgendetwas selbst zuschreiben kann. Gott ist es, der mir die Fähigkeit dazu geschenkt hat.“

(2. Kor 3,5)

So möchten wir einstimmen in den Jubel der Hirten, von Maria und der Engel über Gottes Wirken. Wir staunen darüber, was er hier tut und Danken dem Hauptdarsteller und Autor dieser Geschichte.

Ehre sei Gott in der Höhe!

Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Jahr 2019 wünschen euch eure Brauns aus Namibia

Tatjana, Jürgen mit Marina und ?